Neid
Neid ist der Nährstoff für den Ehrgeiz, Ziele zu erreichen, die andere bereits erreicht haben.
Wer Neider hat, kann stolz sein auf sein Erreichtes, sagt man. Richtig ist das aber nur bedingt, in Abhängigkeit vom Ergebnis. Manch einer ist evtl. neidisch auf das viele Geld, welches ein korrupter, bestechlicher Politiker z. B. besitzt. Doch schaut man genauer hin, müsste man sich schämen, wenn man auf so etwas neidisch ist. So schlägt der Neid auch ganz schnell in Hass um.
Auf wirklich selbst erbrachte, ehrliche Leistung kann man stolz sein und sich sogar über Neider freuen. Denn man hat mit viel Mühe etwas geschaffen, wozu andere vielleicht nur zu faul waren.
Handelt es sich bei Neidern jedoch um materielle Dinge, wie ein Auto oder Möblierung, Urlaubsreisen oder sonst was, ist Neid nur insofern gut, als er uns veranlasst, uns selbst ehrgeizige Ziele zu setzen, weil wir es um unserer Selbst willen haben möchten, es für uns nützlich wäre, nicht weil es der Nachbar auch besitzt!
Es gibt noch eine sehr schöne Art von Neid. Z. B., wenn einer kein Handy besitzt. Kaum einer kann es begreifen, warum der Betreffende das ablehnt. Der Neider grämt sich, weil er es nicht schafft, mal dieses Gerät an einen einsamen Ort zu verbannen und ohne es zu leben. Dabei könnte er das sofort verwirklichen. Welche Dinge braucht der Mensch wirklich heute und wie oft? Mit wieviel Dingen umgibt er sich, nur weil es so Mode ist, weil er sich nicht belächeln lassen will?
Wenn wir ehrlich sind, hat es kein Mensch nötig, neidisch zu sein. Warum gönnen wir anderen nicht den Erfolg und erfreuen uns an dem bzw. mit ihnen, was sie erreicht haben oder gar wir selbst erreichten? Diente es nur unserem Selbstzweck, wird man auch nicht mit dem Erreichten rumprahlen. Wer etwas nur wegen der Leute macht, ist fremdbestimmt, will dass sie neidisch sind. Es gibt keinen Grund sich mit denen zu vergleichen, die anscheinend mehr erreicht haben, als man selbst.
Neid kann auch Wünsche in uns wecken, von denen wir vorher nicht wussten, dass wir sie haben.
|